Emotionserkennungstest (ERT)

Die Emotion Recognition Task (ERT) erfasst die Wahrnehmung emotionaler Gesichtsausdrücke.

8-88 Jahr

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Neuropsychologischer Test

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10 Minuten

Deutsch, Niederländisch, Englisch, Flämisch, Spanisch, Finnisch, Französisch, Griechisch, Italienisch, Litauisch, Norwegisch, Portugiesisch, Russisch, Türkisch

Autor(en): B. Montagne, R.P.C. Kessels, E.H.F. De Haan, & D.I. Perrett
Jahr: 2007, 2014, 2020

Verfügbar für digitale Testdurchführung und Auswertung in RSP

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Zielsetzung

Die ERT ist ein neuropsychologischer Test, mit dem die Fähigkeit gemessen werden kann, Emotionen in Gesichtsausdrücken zu erkennen. Diese Fähigkeit ist Teil der sozialen Kognition, und spezifischer der Emotionswahrnehmung. Die ERT wird eingesetzt, um Einblick darin zu gewinnen, wie gut eine Person emotionale Signale anderer wahrnehmen und interpretieren kann. Der Test wurde als Instrument im Rahmen der psychodiagnostischen Untersuchung entwickelt, um mögliche Probleme in der sozialen Informationsverarbeitung zu identifizieren. Das korrekte Erkennen von Emotionen spielt eine wichtige Rolle in sozialen Interaktionen, Empathie und dem Verständnis des Verhaltens anderer. Die Ergebnisse der ERT können Fachpersonen dabei unterstützen, besser zu verstehen, inwieweit eine Person Schwierigkeiten bei der Interpretation emotionaler Gesichtsausdrücke hat, und können zur Hypothesenbildung im Rahmen eines umfassenderen diagnostischen Prozesses beitragen.

Anwendungsbereich

Die ERT wird im Rahmen (neuro)psychologischer Untersuchungen eingesetzt, um die Fähigkeit zur Emotionserkennung in Gesichtern zu beurteilen. Das Instrument wird häufig verwendet, wenn Fragestellungen zur sozialen Kognition oder zur sozialen Informationsverarbeitung bestehen. Der Test wird unter anderem in der Diagnostik von Personen mit Störungsbildern eingesetzt, bei denen Probleme in der Emotionserkennung auftreten können, wie etwa Autismus-Spektrum-Störungen, Schizophrenie, Hirnverletzungen oder bestimmte neurologische Erkrankungen. Darüber hinaus kann die ERT in der Untersuchung des sozialen Funktionsniveaus und der empathischen Fähigkeiten angewendet werden. Der Test wird in der Regel als Teil einer umfassenderen diagnostischen Untersuchung durchgeführt. Die Ergebnisse werden daher nicht isoliert interpretiert, sondern stets in Kombination mit weiteren diagnostischen Informationen, wie Gesprächen, Beobachtungen und ergänzenden Tests. Auf diese Weise kann ein vollständiger Bild des sozial-kognitiven Funktionsniveaus einer Person gewonnen werden. Der Test wird einzeln von (Neuro)PsychologInnen oder anderen diagnostisch geschulten Fachpersonen durchgeführt.

Was der Test erfasst

Die ERT misst die Fähigkeit, Basisemotionen in Gesichtsausdrücken zu erkennen und korrekt zu benennen. Während der Aufgabe betrachten die Teilnehmenden kurze Videosequenzen von Gesichtern, die sich allmählich von einem neutralen Ausdruck zu einem emotionalen Ausdruck verändern. Die Intensität der Gesichtsausdrücke nimmt schrittweise zu und ist in vier Stufen unterteilt: 0–40 %, 0–60 %, 0–80 % und 0–100 %. Dadurch sind die Emotionen zu Beginn des Tests schwieriger zu erkennen als im weiteren Verlauf der Aufgabe. Nach jedem Stimulus wählt die Person die am besten passende Emotion aus sechs Möglichkeiten aus, nämlich:

  1. Wut
  2. Ekel
  3. Freude
  4. Traurigkeit
  5. Überraschung
  6. Furcht

Die Leistungen werden anhand verschiedener Ergebnismaße beurteilt. Zunächst werden Rohwerte pro Emotion und pro Intensität berechnet. Anschließend wird für jede Emotion ein Subwert berechnet, indem die korrekten Antworten über die Intensitätsstufen hinweg aufsummiert werden. Abschließend wird ein ERT-Gesamtwert berechnet, indem alle Subwerte über die Emotionen hinweg addiert werden. Für die Subwerte und den ERT-Gesamtwert werden Perzentile berechnet, die auf Residualwerten basieren. Diese werden berechnet, indem die erwarteten Werten (auf Grundlage linearer Regressionsanalysen) von den beobachteten Werten subtrahiert werden. Zur Bestimmung der Regressionsformeln werden Kinder und Erwachsene als getrennte Gruppen analysiert.

Normen

Die ERT wurde auf Grundlage einer Stichprobe von 418 gesunden Freiwilligen im Alter von 8 bis 88 Jahren normiert. Die Gruppe der Kinder und Jugendlichen (8-17 Jahre; N = 163) wurde in den Niederlanden und Irland rekrutiert. Die Erwachsenengruppe (18-88 Jahre; N = 255) wurde in den Niederlanden, Australien, Irland und Deutschland rekrutiert. Bei der Ableitung der Normdaten wurden Alter und kognitive Hintergrund variablen berücksichtigt, sowie IQ bei Kindern und Bildungsniveau bei Erwachsenen. Erwartete Werte wurden mithilfe linearer Regressionsanalysen bestimmt, wobei Kinder und Erwachsene getrennt analysiert wurden, um die Regressionsformeln festzulegen.

Literatur

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